Gießener Allgemeine: Pohlheim leistet sich zu viele Fehler

(flo). Nach zuletzt drei ungeschlagenen Auswärtsspielen mussten die Regionalliga-Handballer der HSG Pohlheim erstmals wieder eine Niederlage in der Fremde einstecken. Beim formstarken TV Petterweil, der im siebten Rückrundenspiel zum sechsten Mal gewann, unterlag die Truppe von Trainer Mario Weber am Sonntagabend mit 26:31 (14:13).

»Es hätte sich unverdient angefühlt, nicht zu gewinnen. Wir haben das Spiel in meinen Augen kontrolliert. Wir waren in der Abwehr so stabil, dass wir immer wieder ein einfaches Tor nachlegen konnten«, freute sich Petterweils Trainer Martin Peschke nach dem vierten Sieg hintereinander. HSG-Coach Weber wollte dem nicht widersprechen: »Petterweils Sieg war absolut verdient. Wir haben über Fehlwürfe und technische Fehler 34 Bälle weggeworfen, so kann man auswärts nichts reißen.«

Vom Start weg übernahm Petterweil das Kommando. Die Deckung um den Innenblock Jonas Koffler/Stephan Pletz verrichtete einen starken Job, so dass die Wetterauer zum einen über Gegenstöße zum Erfolg kamen, zum anderen aber auch gegen Pohlheims 3:2:1-Abwehr immer wieder Lösungen parat hatten. Über das 2:6 (7.) und 6:10 (20.) wuchs Pohlheims Rückstand so auf 7:13 (25.) an, ehe sich beim Peschke-Team vor der Pause plötzlich Defizite einschlichen und nun Pohlheim, das nach rund einer Viertelstunde auf eine 6:0-Formation umgestellt hatte, einfache Treffer im Umschaltspiel erzielte. Bis zur Pause schrumpfte Petterweils Führung auf 14:13 zusammen.
Nach Wiederbeginn kamen die Gäste über Mittelmann Leon Friedl sogar zum 15:15-Ausgleich (34.). Die Wende? Mitnichten. Mit simplen Fehlern geriet Pohlheim erneut ins Hintertreffen, Petterweil zog allem voran dank eines konsequenten Gegenstoßspiels infolge von Balleroberungen erst auf 19:15 (36.) und dann auf 23:16 (41.) davon. »Das war der Knackpunkt, danach kamen wir nicht mehr ran«, haderte Weber. Mit einer immer offensiv werdenden Deckung probierte Pohlheim das neuerliche Comeback, kam aber nicht mehr in Schlagdistanz. Petterweils treffsichere Flügelzange machte den Deckel drauf: Fynn-Nicolai Saam traf zum 29:24 (56.), Martin Habenicht erhöhte auf 30:24 (57.).
HSG-Coach Weber, der in Hälfte zwei verletzungsbedingt auf seine beiden Kreisläufer Pascal Ohrisch-Then (Zerrung) und Lukas Happel (Schulter) verzichten musste, konstatierte: »Wir haben allein in der zweiten Halbzeit sieben Gegenstöße kassiert, das ist zu viel. Die Eigenverantwortung für den Ball und die Aktion sind momentan schlecht.«

Petterweil: Becker, Angnes; Henneberger (1/1), Smolka, Benedikt Pfeiffer (3), Johannes Pfeiffer, Koffler (6), Zehner, Habenicht (7), Wassberg (3), Tascher (6), Saam (5), Pletz, Bouali.

Pohlheim: Schlegel, Laudt; Friedl (7/4), Rejab (2), Gilbert (1), Happel (2), Werth, Weinandt (1), Ott (5), Schmitz (2), Datz (3), Ohrisch-Then (1), Träger (2).

Im Stenogramm: SR: Häfner/Schmitt (Offenbach). – Zu.: 220. – Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Koffler, Wassberg, Pletz – Rejab, Weinandt, Ott/2). – Siebenmeter: 3/1:4/4.