Bei HSG Pohlheim reißt trotz starker Abwehrleistung nach 13:6-Führung der Faden
Holzheim (amp). Wer mag, kann es, mit einiger Ironie gewürzt, so sehen: Die Regionalliga-Handballer der HSG Pohlheim legen gegen personell geschwächte Gegner ein gewisses Mitleid an den Tag. So könnte die 22:26-Niederlage vor Wochenfrist bei der HSG Breckenheim/Wallau-Massenheim mit dem aktuellen schwachen Heimauftritt gegen die HSG Rodgau/Nieder-Roden II unter einen Hut gebracht werden. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Blau-Weißen gegen die Drittliga-Reserve aus Rodgau mit 27:22 (17:14) als Gewinner vom Feld der Sporthalle Holzheim gingen und den ersten Heimsieg der noch jungen Saison feierten. Man kann es aber auch ganz pragmatisch sehen. So wie Pohlheims Trainer Mario Weber: „Für uns war es absolut wichtig, heute zwei Punkte zu holen.“ Was gelang. Wobei der Hüttenberger in Pohlheimer Diensten anmerkte, dass es „generell nicht das beste Spiel“ gewesen sei.
So gab der Auftritt der Gastgeber den rund 300 Zuschauern einige Fragezeichen mit auf den Heimweg. Denn als noch nicht ganz 22 Minuten gespielt waren, hatte Christoph Träger für seine Farben zu einer scheinbar beruhigenden 13:6-Führung eingeworfen. Die Abwehr stand sicher und die Blau-Weißen schienen auf dem Weg zu einem klaren Erfolg. „In den ersten 20 Minuten war ich top zufrieden mit unserer Angriffsleistung gegen die Nieder-Rodener 3:2:1-Deckung“, blickte Weber zurück. Doch als Rodgaus Ersatz-Coach Felix Hain auf eine 6:0-Formation umstellte, war die Pohlheimer Herrlichkeit dahin. Auf einmal prägten eklatante Fehlwürfe und unerklärliche technische Fehler das Angriffsspiel der Hausherren.
Bis zur Halbzeit kam das Rodgau-Team auf 14:11 heran. Schon da war nichts mehr beruhigend aus Pohlheimer Sicht. Erst recht nicht, als Daniel Bauch beim 18:17 in der 49. Minute der Anschluss gelang. Allerdings kamen die Gäste zu keinem Zeitpunkt der 60 Spielminuten zu mehr als dem Anschlusstreffer. Und ab dem 20:19 sieben Minuten vor Schluss setzten sich die Pohlheimer wieder deutlicher ab. Wobei anzumerken bleibt, dass Torhüter Jannik Schlegel über weite Strecken der Partie ein sehr sicherer Rückhalt war. Und im Angriff letztlich Spielmacher Leon Friedl im zweiten Durchgang mit seinen Torwürfen die Kastanien aus dem Feuer holte.
Interessant aber auch, dass Rodgaus Felix Hain bei der Analyse eine ähnliche Argumentation an den Tag legte wie Mario Weber. „Gegen unsere Abwehr kann man nichts sagen. Das Problem war im Angriff. Es sind 35 Angriffe, die wir nicht unterbringen“, blickte er auf die aus seiner Sicht unbefriedigenden 22 geworfenen Tore. Von einer Prise Mitleid seitens der Pohlheimer Gastgeber wollte er so auch nichts wissen.
Pohlheim: Schlegel, Laudt (1); Dönges (3), Friedl (8/1), Anhäuser, Gilbert, Neul (1), Happel (1), Weinandt (4), L. Ott (1), Schmitz, Datz (2), C. Träger (3), J. Träger (3).
Rodgau II: Hildebrand, Bludau; Bauch (2), Landskron (3), Ulrich (3), Broschek, Schmid (6), Kiefer, Eyssen (3), Weiland (1/1), Weidinger (4), Metzger.
Schiedsrichter: Osternig/Schäfer (Dornheim/Groß-Gerau). – Zuschauer: 300. – Zeitstrafen: 8:2 Minuten. – Siebenmeter: 3/1:2/1.