Holzheim (amp). Wer die Faszination des Handballspiels (oder seine Unberechenbarkeit) dokumentiert sehen will, der schaue sich bitte den Verlauf der Partie der HSG Pohlheim in der hessischen Männer-Regionalliga gegen TuSpo Obernburg an. Hier die markanten Zwischenstände: 1:4 (8. Spielminute), 15:11 (29.), 17:23 (43.), 23:24 (54.) und schließlich der 24:27-Endstand. Der Beobachter ziehe dann auch noch in Betracht, dass die Pohlheimer Gastgeber zum Jahresauftakt in eigener Halle gleich drei von sieben Siebenmetern ungenutzt ließen. Was sich rächen sollte. Wie es das 24:27 (15:14)-Ergebnis zeigt.
Für Pohlheims Trainer Mario Weber indes zeigen die Zwischenstände ganz klar: „Wir haben das Spiel kurz vor und kurz nach der Halbzeit verloren.“ Das sei schon „sehr mau“ gewesen bei seinen Schützlingen. „Da erwarte ich ein bisschen mehr“, spielte er auf haarsträubende Fehlgriffe und Fehlwürfe in den eigenen Reihen gerade in dieser Phase an, was die Obernburger gerne zum eigenen Vorteil nutzten. Pohlheims Kreisläufer Pascal Ohrisch-Then stimmte ihm zu. „Wir haben uns einfach nicht belohnt. Wir müssen vorne die Bälle verwerten, die wir uns hinten erarbeiten.“ Gäste-Trainer Rudi Frank hingegen freute sich mit seinem Team ganz einfach über wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Dabei schien vor 350 Zuschauern in der Sporthalle Holzheim alles auf einen Sieg der Gastgeber hinzudeuten, die schon das Hinspiel im Odenwald mit 31:26 für sich entschieden hatten. Nach zähem Beginn und dem erwähnten 1:4-Rückstand kamen die Hausherren, angetrieben von Leon Friedl und angetreten ohne den erkrankten Torben Weinandt, immer besser ins Spiel, hatten beim 7:6 (16.) durch Lukas Ott zur ersten Führung eingeworfen und auf den besagten 15:11-Vorsprung (29., Ohrisch-Then) erhöht. Doch haarsträubende Fehler auf Seiten der HSG ermöglichten den Gästen noch den 15:14-Anschluss. Darauf aufbauend, wendeten die Frank-Schützlinge das Blatt nach dem Wiederanpfiff bis zum ebenfalls schon zitierten 17:23-Zwischenstand durch Jens Kunkel (43.). Jetzt fanden die Pohlheimer wieder in die Spur und kamen elf Minuten später durch Friedl zum 23:24-Anschluss. Doch weiter wurden auf Seiten der Blau-Weißen beste Chancen ausgelassen. Das 24:26 durch den achten Treffer von Friedl in der vorletzten Minute weckte noch einmal Hoffnung beim HSG-Anhang, doch Tobias Raab markierte ebenfalls sein achtes Tor und machte den Deckel zu zum 27:24-Gästesieg.
Jetzt hoffen Mario Weber und seine Pohlheimer Mannen, dass sich die Faszination des Handballs auch im nächsten Spiel zeigt, wenn es am Samstag zur TSG Offenbach-Bürgel geht.
Pohlheim: Schlegel, Laudt; Dönges (1), Friedl (8), Lex (1), Rejab (1), Gilbert (1), Neul (6/4), L. Happel (1), Ott (3), Schmitz, Datz, Ohrisch-Then (1), C. Träger (1).
Obernburg: Bausch, Eberhardt; Mohr (2), F. Roos, M. Roos, Keck (2), Raab (8), Kunkel (1), Diehl (2), Holschuh (1), B. Müller (2), T. N. Müller (5), Kreuzkam (3/1), Reus (1).
Schiedsrichter: Minwegen/Rautschka (Petterweil). – Zuschauer: 350 . – Zeitstrafen: 8:2 Minuten. – Siebenmeter: 7/4:1/1.